Geschichte der Schule und Kindergärten

Betrachtet man die Entwicklung des Stadtteils Warmbach seit dem letzten Jubiläum im Jahre 1954, so sind in diesem Bereich enorme Fortschritte gemacht worden. Die Hans-Thema-Schule sowie beide Kindergärten wurden in diesem Zeitraum gebaut und sollen im Folgenden vorgestellt werden.

1. Die "alte Schule"

Am 12. April 1886 wurde in Warmbach eine Bürgerversammlung einberufen.Es ging um den Beschluss des Gemeinderates, anstatt des Um- bzw. Anbaus an das bisherige Schulhaus, das Gasthaus Adler für 8 000 Mark zu erwerben und entsprechend umzubauen. Bei der Abstimmung ergaben sich 16 Ja- und 2 Neinstimmen, wie in der Akte XXXIV des GroßherzogIich Badischen Bezirksamtes im Stadtarchiv Rheinfelden nachzulesen ist. Bis Ende des Jahres 1971 diente dann dieses Gebäude an der Warmbacher Straße als Schulhaus, während der Selbständigkeit der Gemeinde Warmbach auch als Rathaus. Zunächst gab es nur einen Schulsaal, später kam ein zweiter sowie ein kleiner Handarbeitsraum dazu. Im Keller wurde ein Turnraum eingerichtet. Auch wieder eine der Stützen Warmbacher Gemeindearbeit, wenn es um Begleitung und Vorbereitung der Gemeindefeste geht, die die Chrisfusgemeinde alle ein bis zwei Jahre bewusst in Warmbach durchführt. Ein Höhepunkt war sicherlich die Aktion 2002 - unter dem Gesamtthema "Kunst" in Kooperation mit der Elternschaft des Kindergartens durchgeführt. Warmbach ist eine Wohngemeinde. Die Gemeindeglieder besuchen häufig den Gottesdienst in der Stadt. Es ist ein kleiner Kreis, der sich mit den Räumlichkeiten am Thomaring identifiziert. Aber der Kreis wird größer: Vor allem seit sich 2002 der Warmbacher Arbeitskreis wieder konstituiert hat. Vom Ältestenkreis mit einigen Kompetenzen ausgestattet, treffen sich hierdie ehemaligen Ältesten mit leitenden Mitarbeitern aus Kindergarten, Kindergruppe und Frauenarbeit. Auch die Elternschaft ist einbezogen. Und das ökumenische Gespräch mit der St. Gallusgemeinde wird geführt. Arbeitsteilung und Schwerpunktbildung prägen auch die Organisation der Kirche in der Postmoderne. Der Kirchengemeinderat hat zu Beginn seinesStrukturberatungsprozesses im Sommer 2002 festgestellt, dass Gottesdienst und geistliches Leben zu den Kernkompetenzen der evangelischen Gemeindearbeit gehören. Dennoch hält man in Warmbach, das zum Bereich der Christusgemeinde gehört, an einigen bewährten Arbeitsformen fest: Gertraud und Heinrich Maurer leiten seit Anfang der 90er-Jahre den Hauskreis für Russlanddeutsche, der sich ursprünglich in ihrer Wohnung an der Hertener Straße, seit wenigen Jahren aber im Paulussaal trifft: eine Keimzelle geistlichen Lebens, die längst über den Rahmen einer Hausgemeinde hinaus gewachsen ist und sich im gottesdienstlichen Leben in der Christuskirche zeigt. Hermann Rösner organisiert jährlich zwei große Gemeindefahrten mit großer Resonanz aus der gesamten Kirchengemeinde - abwechselnd unterstützt von den Pfarrern, von Gertraud Maurer in der geistlichen Leitung und auch von Gemeindeamtsekretärin Monika Kautz. Diese organisiert auch seit drei Jahren den Lebendigen Adventskalender in Ökumenischer Zusammenarbeit; der "Warmbacher Treff" im Kreis der Jahreszeiten wird weiter entwickelt zu einer losen Veranstaltungsreihe für Männer und Frauen.Das Anliegen aus den engen Grenzen geschlechts- und generationsspezifischer Zielgruppenarbeit herauszukommen, wird man weiter verfolgen.

Quellen: W. Renner in: Wer weiß Gutes zu tun. Rheinfelder Geschichtsblätter 10, S. 28 | W. Renner in: FS 100 Jahre Evangelische Kirchengemeinde Rheinfelden, S. 10 | Pfarrer W. Mennicke: Pressedossier Oktober 1966, Az.: 66/2 Archiv | Südkurier 4. November 1966, S. 5Badische Zeitung 22.03.1979

Was hatte es aber mit dem Vorgänger-Schulhaus auf sich, das in dem o.g. Beschluss erwähnt wird? Es handelt sich laut der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Stadt Rheinfelden um das ehemalige Haus Warnibaeher Straße Nr. 35. Der Unterricht wurde dort in der Waschküche erteilt.Erstmals taucht dieses Gebäude im Jahr 1827 in den Rechnungsbüchern der Gemeinde Warmbach auf: "Ein zweistöckiges Schulhaus nebst Wohnung für den Lehrer mit Scheuer und Stallung an der Landstraße, neu erbaut im Jahr 1826, im Grundbuch nicht eingetragen." Der Wert wurde mit 2650 Mark angegeben. Für dieses erste Schulhaus der Gemeinde wurde 1885 ein Umbau geplant und schließlich auch genehmigt, der hauptsächlich der Vergrößerung der Lehrerwohnung dienen sollte. Dann kam das Angebot an die Gemeinde, das Gasthaus Adler zu erwerben. Zunächst befürchtete der Gemeinderat, dass man viel Geld investieren würde für Räumlichkeiten, die man eigentlich nicht bräuchte. Noch im Januar 1886 wollte man doch lieber das alte Schulhaus umbauen, da dies wesentlich billiger gekommen wäre. Diese Haltung vertraten vermutlich auch die beiden Bürger, die in der Abstimmung mit Nein gestimmt hatten. Schließlich hatte man sich aber doch für die größere Ausgabe entschieden und damit aus heutiger Sicht sicher richtig gehandelt. Schaut man noch etwas weiter zurück, vor dem Bau des ersten Schulhauses, so kann man in derselben Festschrift nachlesen, dass die Warmbacher Kinder im Haus Scherzinger, heute Warmbacher Straße 69, unterrichtet worden sind. In den Rechnungsbüchern der Gemeinde Warmbach von 1824 finden sich folgende Ausgaben für die Schule: Insgesamt Kosten von 91 fl (Gulden), davon entfallen auf die Miete für ein Schulhaus und ein Schulzimmer 34 fl an Herrn Fritschin (Fritschi?) und 12 fl an Herrn Kähny. Das Holz zum Heizen der Räume kostete die Gemeinde 9 fl im Jahr und der damalige Lehrer Wassmer erhielt für die Sommerschule 14 fl, für die Winterschule 18 fl und für die Sonntagsschule 4 fl Jahresgehalt. Zusätzlich war er auch noch als Gerichtsschreiber tätig und konnte so sein Einkommen etwas aufbessern (Beilagen zur Gemeinds-Rechnung pro 1824 Nr. 25). Mit dem Aufschwung der Stadt Rheinfelden wuchs auch die Einwohnerzahl Warmbachs : Wurden im Jahr 1925 noch 53 Schüler von zwei Lehrern unterrichtet (Erhebung der städtischen Schulabteilung vom 19.9.), waren es 1950 bereits 140 Kinder und immer noch zwei Lehrer und zwei Klassenzimmer.

Zwar waren im Laufe der Jahre immer wieder Rennovationen vorgenommen worden, auch auf Beschwerden von Lehrern und Schulbehörde hin. Aber die Raumnot wurde erst behoben, nachdem auch die Eltern aktiv geworden waren: Am 13.12.1950 hielten sie einen Elternabend ab und formulierten einen Protestbrief an die Stadt, den auch die anwesenden Lehrer unterschrieben.

Daraufhin wurde ein drittes Schulzimmer für einen weiteren Lehrer eingerichtet. Doch die Entlastung war nicht von Dauer, da die Schülerzahl weiterhin kräftig anstieg. Im Mai 1960 besuchten bereits 217 Schüler (110 Jungen und 107 Mädchen) die Warmbacher Schule und wiederum ein Jahr später waren es schon 232 Kinder. Nun herrschte erneut akute Raumnot, und die Stadt Rheinfelden beschloss, diese durch einen Neubau endgültig zu beheben. Allerdings musste bis zur Fertigstellung der Mangel verwaltet und der Unterricht möglichst reibungslos organisiert werden. Am 18.3.1960 schlug die Schule vor, etwa 60 bis 70 Schüler der oberen Jahrgänge mit dem Bus auf Kosten der Stadt nach Nollingen zu fahren, da dort Schulraum frei sei. Damit war die Stadt aber nicht einverstanden. Als Übergangslösung, die immerhin zwei Schuljahre betraf, wurde Schichtunterricht am Vor- und Nachmittag mit 45 Minuten pro Unterrichtsstunde eingeführt, so dass alle Schüler weiterhin in Warmbach unterrichtet werden konnten und möglichst viele Unterrichtsstunden gewährleistet wurden. Das war natürlich für Lehrer und Schüler eine große Belastung. Man kann davon ausgehen, dass die Fertigstellung der neuen Schule von allen herbeigesehnt wurde.   Doch die alte Schule hatte damit noch lange nicht ausgedient. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts und dem Umzug in den Neubau im Jahr 1962 war in der alten Schule immer noch ein Klassenzimmer In Betrieb. Erneut steigende Schülerzahlen führten schließlich dazu, dass alle drei Klassenzimmer und das Handarbeitszimmer wieder genutzt wurden und zwar bis zum Bezug des Erweiterungsbaus im November 1971. Herbert Rübenach, Hausmeister der Schule von 1961 bis 1989, hielt In seinen Kurznotizen fest: "Alte Ofenheizung mit Kohlenöfen vom Herbst bis zum Frühjahr 11 Winter lang geheizt (5 Öfen)." Ganz offensichtlich freute sich diesmal neben Schülern und Lehrern auch der Hausmeister auf den endgültigen Umzug in die neue Schule. Das alte Schul- und Rathaus bietet heute den Warmbacher Vereinen Proben- und Versammlungsräume. Im alten Schulhof finden regelmäßig Feste statt und damit ist das Areal nach wie vor Anziehungs- und Mittelpunkt des Stadtteils.

2. Hans-Thoma-Schule

Die neue Schule für den Stadtteil Warmbach sollte auf dem parkähnlichen Gelände des ehemaligen Freibads, das auch als Campingplatz genutzt wurde, entstehen. Geplant war ein Pavillonbau, aufgeteilt in einen Trakt mit 5 Schulzimmern und einen Verwaltungstrakt, die durch einen Pausengang verbunden sind, der auch Tagesraum und Bücherei enthält. In einem zweiten Bauabschnitt waren ein Hochbau mit Klassen- und Fachräumen sowie eine Turn- und Festhalle vorgesehen. Der erste Bauabschnitt wurde 1962 fertiggestellt. Die moderne, großzügige Gestaltung sowie die schöne Umgebung ernteten große Bewunderung, aber auch leise Kritik wurde laut. Als Nachteil der Schule wurden die hohen Kosten angeführt, die nicht verwunderlich seien "denn tatsächlich war für die Warmbacher Schüler das Beste gerade gut genug". Damit waren wohl auch die "eindrucksvollen (aber teuren!)" Wände aus Tessiner Granit gemeint. Die fünf Klassenzimmer hatten große Fensterfronten und zusätzliche Oberlichter, was sie hell und freundlich wirken ließ. Wandschränke, ein integrierter Gruppenraum, ein Ausgang ins Freie und eine eigene Garderobe boten einerseits Komfort, den man von der alten Schule nicht kannte, als auch neue Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht, den man auch mal im Freien abhalten konnte.

Nun konnten 266 Schüler zum Teil hier und zum Teil noch in der alten Schule unterrichtet werden. Am 19.5.1962 fand die feierliche Einweihung statt. Hausherr Georg Damm, der im April zum Rektor ernannt worden war, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Schülerchor und Gesangverein gestalteten das Programm.

Erste Reihe: Rektor Damm, Frau Damm, Frau King, Landrat Bischof2. Reihe: Die Geistlichen Wettmann, Mennicke, Herrmann3. Reihe: unbekannt, Stadtrat Carmelini, Stadtbaumeister Hilkert

Bei diesem Anlass erhielt die Schule auch ihren Namen: "Hans-ThemaVolksschule", nach dem bekannten Maler aus Bernau. Wie vorauszusehen war, stieg die Zahl der Schüler weiterhin an: 1970 betrug sie bereits 407 und die Erstellung des Erweiterungsbaus war dringend nötig.  In diesem Jahr wurde zunächst die Turnhalle erstellt. Dank Fertigbauweise betrug die Bauzeit nur 6 Monate (April - September). Bereits am 25. Oktober 1970 konnte die erste Veranstaltung stattfinden: das 75jährige Jubiläum des Männergesangvereins Warmbach. Die Halle wurde auch weiterhin häufig genutzt, und Herbert Rübenach notierte für 1972 vom 23.Januar bis zum 22. April acht Veranstaltungen in der Halle, wobei er auch Besonderheiten anmerkte. So muss zum Beispiel das Jahreskonzert desMän nergesangvereines vom 4.3. ein toller Erfolg gewesen sein. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt. Getanzt wurde bis morgens um 2.00 Uhr und um 5.00 Uhr konnte der Hausmeister endlich die Halle abschließen. Auch bei Fasnachtsveranstaltungen notierte er "gute Stimmung" und "volles Haus".

Doch erst 17 Jahre später ging ein"Warmbacher Traum", wie die BadischeZeitung titelte, in Erfüllung: die Hallewurde um einen Bühnen- und Küchentrakterweitert. Die Warmbacher Vereine,die für einen Teil der Innenausstattungselbst sorgten, stellten zusammenmit der Schule zur Einweihung ein abwechslungsreichesFestprogramm zusammen,an das sich Tanz- und Unterhaltungsmusikanschlossen. Das Titelbildder Einladung hat Christine Trautweinaus Riedmatt gezeichnet.

Aus der Sicht der Schule noch wichtiger war die Errichtung zusätzlicher Klassenzimmer. Im Jahr 1971 wurden die Fundamente erstellt, und im August desselben Jahres entstand der Erweiterungsbau, der bereits am 15. November bezogen werden konnte. Dass das alles so schnell über die Bühne ging, war einer neuen Fertigbauweise zu verdanken, die das Schulgebäude förmlich aus dem Boden wachsen ließ. Viele Schaulustige bestaunten, wie ein Spezialkran aus der Schweiz die insgesamt 47 Raumteile wie einen Baukasten zusammensetzte. Je drei Bauteile ergaben ein Klassenzimmer, wobei Fenster, Türen, elektrische und sanitäre Anlagen, Heizungen, Leuchten, Holzverkleidungen und sogar die Tafeln bereits eingebaut waren. Sieben Tieflader hatten die Teile angeliefert. Sie wurden auf der Richterwiese zwischengelagert. Nach der Montage zogen Elektriker, Schreiner, Maler und Bodenleger ein und auch für Hausmeister Herbert Rübenach blieb noch viel zu tun. Er montierte Feuerlöscher, Schirmständer und Wandspiegel, stattete den Lehrmittelraum mit selbstgefertigten Haltern für Landkarten und einem 6m langen Regal aus, und berichtete von "Hunderten von SchweißsteIlen", an denen er den Neubau zusammenschweißte.

Am 29. Januar 1972 wurde die neue Schule mit einer großen Feier in der Turnhalle eingeweiht.  Am Tag darauf konnte die Öffentlichkeit von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr das neue Schulhaus besichtigen. Nun war die Raumnot, die die Warmbacher Schule über Jahrzehnte immer wieder geplagt hatte, endgültig behoben. Jede Klasse hatte endlich ein eigenes Klassenzimmer und die modernen Fachräume für Physik/Chemie, Textiles Werken und Hauswirtschaft sowie die Sporthalle eröffneten neue Möglichkeiten für den jeweiligen Unterricht. Dazu kam natürlich der große Vorteil, dass jetzt die ganze Schule unter einem Dach vereint war. Die Lehrer mussten nicht mehr von der alten Schule zur neuen hetzen. Für die Schüler bedeutete es nicht zuletzt ein erhebliches Mehr an Sicherheit, da nun Schulweg und Schulhof weit von der stark befahrenen Hauptstrasse entfernt lagen. Die Verteilung der einzelnen Klassen auf die verschiedenen Klassenzimmer nahm der damalige Konrektor Karl-Heinz Werner vor, der am Ende dieses ereignisreichen Jahres zum Rektor ernannt wurde. Der bisherige Rektor Georg Damm war zum Ende des Schuljahres 1971/72 nach insgesamt 42 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden. Fast die Hälfte dieser Zeit hatte er in Warmbach verbracht: 1952 war er hier angetreten und seit 1955 erster Lehrer. Dank und Wertschätzung von allen Seiten wurden ihm zuteil, und bei einigen Schülerinnen flossen gar Tränen bei der feierlichen Verabschiedung, wie die Badische Zeitung in ihrer Ausgabe vom 24.7.1972 berichtet. An dieser Stelle eine doch etwas erstaunliche Feststellung: aus den Aufzeichnungen von Herbert Rübenach geht hervor, dass in den Jahren 1961 bis 1972 nicht weniger als 57 Lehrer an der Warmbacher Schule unterrichteten. Einige von ihnen wechselten später an andere Rheinfelder Schulen. Immerhin sind vier bis heute in Warmbach geblieben. Einer davon ist der jetzige Schulleiter Jürgen Ingold, der zum Schuljahr 1989/90 die Nachfolge von Karl-Heinz Werner angetreten hat. Die Hans-Thoma-Schule heuteWas hat sich in den über dreißig Jahren seit der Erbauung der Schule getan? Da wären zunächst die rein äußerlichen Veränderungen, die aber durchaus schon auf eine veränderte innere Struktur schließen lassen: Das Schulgelände südlich des Pavillontraktes wurde umgestaltet. Im Rahmen eines Projekts legten Schüler und Lehrer 1987 dort einen großen Folienteich an, der aber leider immer wieder verschmutzt und beschädigt wurde. Um dem Unfug etwas Einhalt zu gebieten und das schöne Gelände besser nutzen zu können, wurde im Herbst 1992 eine Hecke um das Grundstück angelegt. Nach einer ausgeklügelten Planung, unterstützt von Stadtgärtnerei und Bauhof, konnte jeder einzelne Schüler "seine" Pflanzen in die vorbereiteten Pflanzlöcher setzen. Bis die Hecke einigermaßen dicht war, hielten immer wieder einzelne Klassen mit ihren Lehrern das Unkraut in Schach. Insgesamt waren 640 Sträucher und 31 Bäume gepflanzt worden. Später kam noch eine Trockenmauer dazu, die verschiedenen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten sollte. Nachdem auch diese zerstört worden war, dachte man daran, das ganze Gelände mit einem hohen Zaun zu umgeben. Diese Lösung erschien vielen unbefriedigend und war außerdem viel zu teuer. So legte man die weitere Gestaltung erst einmal auf Eis. Im Zusammenhang mit der Gestaltung des Schulhofes wurden aber neue Pläne ins Auge gefasst. So ist daran gedacht, den Teich aufzugeben und stattdessen eventuell eine Sickermulde anzulegen, die weniger zur Zerstörung reizt, aber den Schülern die Beobachtung bestimmter Tier- und Pflanzenarten ermöglicht. Ebenfalls auf diesem Teil des Schulgeländes soll ein Amphitheater aus großen Steinblöcken entstehen, das zum Feiern aber auch z.B. zum Theater spielen genutzt werden kann.

Um auch draußen Unterricht abhalten zu können, sind mehrere Sitzgruppen mit Tischen vorgesehen. Auch der eigentliche Schulhof am Bach hat sich verändert. Da hier schon immer der nachmittägliche und abendliche Treffpunkt der Kinder und Jugendlichen war, besonders seit Tischtennisplatten und Basketballkörbe installiert wurden, war es nur folgerichtig, dass der für Warmbach notwendige Jugendtreff auch hier angesiedelt wurde. Im Jahre 1998 wurde er direkt ans Schulhaus angebaut und wird von vielen Schülern seither genutzt. Spielfelder, Hüpfspiele und ein Labyrinth wurden aufgemalt, eine Wand der Pausenhalle wurde bemalt und zur Kletterwand umgestaltet. Unter den Bäumen Richtung Schulweg steht eine Torwand, und die Grundschüler turnen mit Vorliebe über die großen Steine in einem neu gestalteten Bereich, der zum Felsengarten werden soll. Mehrere Holzbänke schaffen Sitzmöglichkeiten in den verschiedenen Schulhofbereichen. Damit wird schon deutlich, wohin die Veränderungen zielen: der Schulhof ist nicht mehr nur der Ort, wo die Schüler unter Aufsicht ihr Pausenbrot verzehren. Er soll auch dazu beitragen, dass die Schüler sich hier wohl fühlen, zu Bewegung und zum Spielen angeregt werden und er soll ein Ort für Kontakte untereinander und mit dem Umfeld der Schule sein. Diese Ziele werden auch von der Stadt Rheinfelden durch einen neu eingerichteten Fond unterstützt, so dass in diesem und dem nächsten Jahr weitere Vorhaben realisiert werden können. Leider sind aber nicht alle äußerlichen Veränderungen der letzten dreißig Jahre positiver Natur: der Zahn der Zeit und auch die Hände und Füße unserer Schüler haben dem Gebäude schwer zugesetzt. Vieles müsste dringend saniert und repariert werden, was natürlich Geld kostet, das die ·Stadt heute nicht mehr so großzügig ausgeben kann wie vor vierzig Jahren. Auch die innere Struktur der Schule hat sich stark verändert. So ist zum Beispiel die Schülerzahl deutlich gesunken. 230 Schüler werden in diesem Schuljahr von 20 Lehrern unterrichtet. Zahlreiche Reformen und geänderte Lehrpläne haben im Lauf der Jahre immer wieder neue Ziele, Inhalte und Methoden in die Schulen gebracht. Die Einführung des neunten Schuljahres und der Hauptschulabschlussprüfung signalisierten ein neues Verständnis der Hauptschule. Die Einrichtung eines. modernen Computerraums eröffnet den Schülern neue Lern- und Arbeitsmöglichkeiten. Freiarbeit und Projektunterricht sind die Arbeitsformen, mit denen heute die Schüler selbständiges Lernen und Arbeiten, Zusammenarbeit mit anderen, Kommunikation und den Umgang mit Konflikten trainieren sollen. Eine spezielle "Projektprüfunq" im Rahmen der Abschlussprüfung unterstreicht die Bedeutung dieser Bereiche besonders für das spätere Berufsleben. "Schule als Lebensraum" bezeichnet eine andere Veränderung. Unterstützung bei den Hausaufgaben und das Angebot von Freizeitaktivitäten am Nachmittag bietet das seit 1998 bestehende Sozialteam aus mehreren Lehrern unseren Grund- und Hauptschülern an. Auch die Betreuung und Beratung einzelner Schüler in Konfliktfällen und die Ausbildung von Schülern zu Streitschlichtern wird von diesem Team durchgeführt.

Viele Aktivitäten beleben den Ablauf des Schuljahrs. Ausflüge, Klassenfahrten und Projekte bringen Abwechslung und neue Perspektiven. Verschiedene Feste und Feiern, besonders das Schulfest, das alle zwei Jahre stattfindet und mit viel Engagement von Eltern und Schule organisiert wird ,bereichern das Schulleben und öffnen die Schule auch nach außen. Seit drei Jahren gibt es auch wieder eine Schulzeitung, genannt "Eselsohr", in der große und kleine Begebenheiten und Aktionen des jeweiligen Schuljahrs verzeichnet sind. Auch ist jede Klasse immer mit einem aktuellen Foto vertreten. Geändert hat sich auch der Ablauf des Schulvormittags: statt einer gibt es jetzt zwei große Pausen, die den Unterricht nach je zwei Stunden unterbrechen. Dafür fängt man jetzt etwas früher an und hört etwas später auf. Besonders angenehm für Schüler und Lehrer ist dabei, dass unser neuer Hausmeister, Bernd Wolff, in beiden Pausen Milchgetränke und frische Brötchen verkauft. Grundschüler können den ganzen Vormittag von 7.00 Uhr bis 12.50 Uhr in der Schule verbringen. Die verlässliche Grundschule mit Kernzeitbetreuung kommt damit dem Bedürfnis vieler Familien entgegen. In einem liebevoll ausgestatteten Klassenzimmer werden die Kinder außerhalb der Unterrichtsstunden betreut. Und wie sieht die Zukunft aus?In der nahen Zukunft soll z.B. der Schulbezirk um das Gebiet zwischen Gymnasium, Goethestraße und Werderstraße erweitert werden. Damit könnte man die Goethe-Schule entlasten und unseren sinkenden Schülerzahlen an der Hauptschule entgegen wirken. Ob in der ferneren Zukunft die Hans-Thoma-Schule Ganztagsschule wird, hängt von der Finanzierbarkeit dieser Schulform ab. Viele Schritte in diese Richtung sind in Warmbach bereits getan, weil die Lehrer dort der Meinung sind, dass nur so die Bedürfnisse der Gesellschaft und der Schüler erfüllt werden können.

Ingrid Kramer